Die YOUNG AMERICANS und die Multikulti-Kids von Köln.
Ein musikalische Verwandlung

Seit Jahrzehnten sind sie zu Gast in den großen US - Fernsehshows, traten mit Julie Andrews, Judy Garland oder Bing Crosby auf und arbeiteten mit Weltstars wie Fred Astaire, Bob Hope, Jerry Lewis und Gene Kelly zusammen. In ihrer vierzigjährigen Geschichte haben die Showtalente der YOUNG AMERICANS -Musikschule praktisch jeden künstlerischen Gipfel bis hin zur Oscar-Verleihung erreicht. Internationale Touren führten sie durch die gesamten USA und um die Welt nach Europa, Südostasien, Japan, Australien und Neuseeland. Sie konzertierten im Madison Square Garden, der Hollywood Bowl in Los Angeles oder im Cow Palace in San Francisco, gaben Sonderkonzerte für die amerikanischen Präsidenten und gestalteten internationale Großereignisse wie die Eröffnung der Olympiade für Behinderte in Salt Lake City.

Vor über vierzig Jahren mitten in der Hippie- und Musical-ära in San Francisco gegründet, gehörten soziales Engagement, Multikulturalismus und musikalisch inspirierte Lebensfreude von Anfang an mit zum Programm der Schule, genauso wie regelmäßige Auftritte. Vier bis fünf Jahre dauert die Ausbildung zum allseitig gebildeten Performance- und Bühnenkünstler, der weiß, wie man sein Publikum elektrisiert. Jährlich bewerben sich Tausende im Alter zwischen 16 und 19 Jahren um die wenigen Plätze im Team der YOUNG AMERICANS. Entsprechend hoch sind die Anforderungen: wer hier mitmachen darf, beherrscht in der Regel mehrere Instrumente, kann tanzen, singen oder rappen und verfügt über außergewöhnliche soziale und pädagogische Fähigkeiten.
Soviel geballtes Können wirkt ansteckend und kann an sozialen Brennpunkten und unter frustrierten Teenagern wahre Wunder bewirken. Diese Erfahrung machen die 18-24-Jährigen auf ihren Musical Outreach Tours, die sie in Teams von jeweils 40 z.B. durch die USA, Japan, Korea, die Ukraine und durch Ost- und Westeuropa machen. Musik, Tanz und Gesang verwenden sie dabei als universelle Sprache, die auf jedem Kontinent verstanden wird. Mehrere Monate lang reisen sie zusammen mit ihren Ausbildern von einem sozialen Ghetto zum nächsten, und es ist faszinierend zu sehen, wie sie innerhalb von drei Tagen Schüler und Lehrer, Strafgefangene, Strassenkinder oder andere Randgruppen bei ihrem künstlerischen Ehrgeiz packen und zum Mitmachen begeistern können.

Mut machen, soziale Integration und musikalische überzeugungskraft stehen im Zentrum des Geschehens, bei dem wie nebenbei Lebensperspektiven verändert und zahlreiche Talente entdeckt werden. In drei Tagen intensivster Arbeit und unter vollem Körper- und Stimmeinsatz wird mit bis zu 700 Kindern und Jugendlichen eine Show erarbeitet und auf die Bühne gebracht. Von Klassik bis Musical, über Swing, Jazz bis Rap ist jedes musikalische und künstlerische Mittel recht, um die Herzen der Zuschauer zu erobern und ihre Arme und Füße zum Mitswingen Mitwippen zu bringen.

Spannend zu sehen ist, wie es den jungen Künstlern jeder Hautfarbe, Körpergröße oder -form gelingt, Kontakt mit den Jugendlichen aufzunehmen. Erfahrene Choreographen und Regisseure, alle ehemalige YOUNG AMERICANS, sorgen für einen perfekten Ablauf. So gelingt es ihnen praktisch immer, gut zwei Stunden Showprogramm auf die Beine zu stellen, das so unterhaltsam und mitreißend ist, dass am Ende die Zuschauer begeistert mitsingen und mitklatschen. Ein grandioses Erlebnis auch für die Teilnehmer, die von ihren künstlerischen Fähigkeiten und ihrem Mut oft selbst ganz überrascht sind.

Wie durch ein Wunder hat die Showtruppe in ihrer langfristig ausgebuchten Tournee durch Europa vom 17. bis 19. Oktober 2008 eine Lücke für die Finkenbergschule in Köln-Porz gefunden. Eine Förderschule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, vor allem nach Anerkennung und Lob, das ihnen in ihrer von familiärer Krise und Gewalt geprägten Lebenswelt in dem abgewirtschafteten Arbeiterstadtteil verweigert wird. "Meine Schüler freuen sich riesig auf die YOUNG AMERICANS, seit ich davon erzählt habe." Schuldirektor Klaus Edwards erhofft sich vor allem für seine schwierigste und gleichzeitig grösste Schülergruppe einen echten Durchbruch. Denn "seine" vielen Kinder mit Roma- und Sinti-Hintergrund sind zwar oft undisziplinierte Lerner, haben aber oft schlummernde Begabungen im musischen Bereich. Er ist sich sicher, dass die jungen Künstler aus America auch seine Sorgenkinder in einem Maße erwecken können, wie es mit den Bordmitteln einer Schule im Alltag praktisch unmöglich ist.

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